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Psyche #3: “Substanzen” (WASH)

HINWEIS:
Alle Aussagen, die im Folgenden getroffen werden, sollen „mögliche“ Zusammenhänge aufzeigen und nicht den Anspruch auf wahrheitsgemäße Deutung und Vollständigkeit erheben!
Einleitung:
Nachfolgendes soll über die verschiedenen psychoaktiven, das Gehirn, bzw. die Psyche beeinflussenden Wirkweisen (bzw. Wirkmechanismen) von Substanzen im groben Aufklären und Aufzeigen, was unter einer „Rauschwirkung“ zu verstehen sein kann. Wir weisen jedoch darauf hin, dass dieses nicht zwingend allgemeingültig sein muss.
Des Weiteren soll auch das Wissen über Zusammenhänge mit Stress und dessen Risiken mit dem Konsum von Substanzen (nach dem Diathese/Vulnerabilitäts-Stress-Modell) vertieft werden, welches hier im folgendem als Stress-Psychose, bzw. „Stress-Psychotisch“ umschrieben wird. Hier gilt ebenfalls, dass dieses nicht unbedingt objektiv sein muss.

Einordnung nach Wirkweise:

Im Folgenden werden Substanzen im Wesentlichen nach ihrer überwiegend zugeschriebenen „zentralen“ Hauptwirkung eingeordnet.
Delirantium:
Als bekanntesten sei Alkohol (Ethanol) benannt. Auch Engelstrompeten, Tollkirsche, Bilsenkraut, Stechapfel und Fliegenpilz können diese Wirkweisen hervorrufen – insbesondere bei tendenziös „hoher“ Dosierung, bzw. „größeren“ Konsummengen.
Der Rausch durch den Konsum von delirant wirkenden Substanzen kann geprägt sein durch gedankliche Dissoziation (teilweise bis vollständiger Ausfall psychischer, oft kognitiver Funktionen) und daraus folgenden Amnesien, sowie Wahrnehmungsstörungen, Verwirrung, Desorientierung, Schwindel, Konzentrationsdefizite (Aufmerksamkeitsmangel), Erregungszustände (Aggressivität) und dem eventuellen Auftreten echter, nicht als solcher erkannter Halluzinationen.
Im Delirium („verrückt sein“; Ableitung von Delirantium) sind psychotische Zustände (Psychose) bis hin zu aggressiven Eifersuchtswahn möglich. Ein Delirium kann gleichzeitig parallel negative Stress-Faktoren darstellen. Delirium erzeugende Substanzen können nach derzeitigen Erkenntnissen von sich aus als Substanz an Stress-Psychosen beteiligt sein.
Stimulanzien (Aufputschmittel):
Als Stimulans wird eine psychoaktive Substanz bezeichnet, die anregend, aufputschend, aktivierend und stimulierend auf den Organismus wirkt. Als Stimulanzien kommen in frage: Nikotin (Tabak), Coffein (Kaffee, schwarzer Tee und sonstige Energie-Getränke), Amphetamine, Kokain etc. Einige Stimulanzien sind häufig auch in Medikamenten zur Asthma-, Lungenerkrankung (COPD) Behandlung und anderen Arzneien (z.B.: Paracetamol mit Coffein) enthalten.
Dem pharmazeutischen Medikament Bupropion (Elontril), dessen Wirkstoff zur Gruppe der Amphetamine gehört, und auch dem Medikament Methylphenidat (Ritalin, Medikinet, Concerta) als Beispiele – werden als psychische Nebenwirkung Schlaflosigkeit zugeschrieben, aber auch Angstzustände, Beklemmung, depressive Verstimmung, Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit etc. werden genannt.
Bedingt dadurch, dass diese Substanzen für Wachheit, Auftrieb und auch Erregung (Aggressivität), Aufgeregtheit, erhöhte Aufmerksamkeit, sowie höhere Leistungsfähigkeit sorgen, können diese auch negative Stress-Faktoren für die Seele entsprechend verstärken, zur Überreizung der Sinne beitragen und Stress-Psychosen unter Umständen begünstigen.
Sedierung und Hypnotikum bezeichnet in der Medizin die Dämpfung von Funktionen des zentralen Nervensystems (ZNS) durch ein Beruhigungsmittel, welche als Anxiolytikum antipsychotisch wirken, Unruhe- und Angstzustände senken, bzw. lindern, sowie der Entspannung dienen und schlaffördernd sein können. Gelegentlich werden diesen auch positiv euphorisierende (anregende), aufheiternde Eigenschaften zugesprochen.
Zu den Sedierenden/Hypnotika Substanzen gehören Benzodiazepine (Diazepam, Valium, ...), sowie Antidepressiva, Opioide und verschiedene pflanzliche Komponenten (Baldrian, Melisse, Johanniskraut; teilweise auch Weihrauch, etc.), aber auch Cannabis (Hanf) und beschränkt Alkohol (Ethanol), sowie viele andere.
  • Cannabis (Hanf): Cannabis wird als „Downer“ (herunterbringend) auch mit sedierenden/hypnotisierenden Eigenschaften beschrieben, gelegentlich aber auch mit Euphorie, leicht aktivierenden und kreativ wirkenden Eigenschaften assoziiert. Das Hormon Anandamid (und 2-AG) als ähnliches Pendant zum Cannabis-Wirkstoff Tetrahydro-Cannabinol (THC) in Verbindung mit dem Endo-Cannabinoid-System (ECS) als „körpereigener“ Bestandteil geben es, nach unserer Auffassung, eigentlich nicht her, dass extern zugeführtes „pflanzliches“ Cannabis von sich aus „langfristige“ Psychosen erzeugen kann. – Des Weiteren werden bei Cannabis für den Wirkstoff Cannabidiol (CBD) Eigenschaften vermutet, die das Spitzenpotential für THC reduzieren. CBD ist jedoch kein wirklicher Antagonist (Gegenspieler, bzw. Hemmstoff). – Man muss sich zudem fragen, weshalb Psychosen bei Cannabis-Arzneimitteln, dazu zählen auch: „Sativex (Nabiximols)“ und „Nabilon“ [vgl. „Dronabinol“], fast nie als Nebenwirkung beschrieben werden.
        
  • Alkohol (Ethanol)Alkohol kann bei tendenziös „niedriger“ Dosierung, bzw. in „geringen“ Mengen konsumiert, neben seiner deliranten Eigenschaft auch sedierende/hypnotisierende Wirkungen aufweisen. Alkohol wirkt am GABA-Rezeptor, jedoch besteht im Körper in der Regel nur eine geringe – zeitlich eingegrenzte – körpereigene alkoholische Gärung (Ausnahmen sind das „Auto-Brewery-Syndrome“), bzw. kaum ein Wirkstoff ähnliches Pendant. Daher kann, nach unserer Auffassung, die Schwelle zum „negativ“ besetzten Delirium leicht gegeben sein.
       
  • Andere Sedativa/Hypnotika: Für Nikotin (Tabak) werden auch gewisse entspannende (sedierende/hypnotisierende) Eigenschaften in Abhängigkeit zur Dosierung beigemessen. Zudem gibt es eine Reihe von aufputschenden Stimulanzien, darunter auch Coffein (z.B.: Kaffee, schwarzer Tee, ...) und viele weitere, die nach Ausklingen ihrer zentralen Wirkung, bzw. durch Erschöpfung evtl. gewisse entspannende Charakteristika als Nachwirkung mit sich bringen können. Dies ist jedoch nicht zwingend Teil der ursprünglichen Hauptwirkung.
Stress-Psychose:
Jeglicher Stress, jedoch besonders solcher mit hohen „negativ“, mit Unruhe, Panik und Ängsten aufgeladener Stress kann unter Umständen ein Faktor für gegensätzliche oder sich aufhebende Wirkung der sedierenden (teils hypnotisierenden) Eigenschaften und somit eng an, jedoch überwiegend „Kurzweilig“ anhaltenden psychotischen Effekten beteiligt sein. - Es ist also ein abrupter Abbruch der ursprünglichen Wirkung nicht auszuschließen, der wiederum plötzliche Schwankungen im Hormon-System bedeuten kann.
Durch psychotische Panik-Attacken sind sich aufhebende Wirkweisen, vor allen bei vulnerablen (empfänglichen) und sensiblen Personen, im Zusammenhang mit vorhergehendem, manifestierten Stress (z.b.: durch Diskriminierung, plötzliche Gewalteinflüsse etc.) möglich.
Anmerkungen:
Die sedierenden/hypnotisierenden Eigenschaften können in einigen Fällen durch teilweisen Zwang zu körperlicher Betätigung unterdrückt werden.

Undefinierte Wirkweisen:

In nachfolgenden Abschnitt werden unklar definierbare, sowie weitere verschiedene Substanzen behandelt.
Neue psychoaktive Substanzen (NPS, auch: „Research Chemicals“ benannt), sowie inklusiv dazugehörige synthetische Cannabinoide (teilweise auch: Cannabinoidmimetika):
Bei den meisten NPS-Substanzen handelt es sich um zufällige Entwicklungen. Es sind weder die genaue Wirkweise noch eventuelle Kurz- und Langzeitfolgen in irgendeiner Weise ausreichend dokumentiert. Auch ist der Reinheitsgrad der chemischen Wirkbestandteile nicht sichergestellt, sodass teilweise giftige Verunreinigungen und Prozesszwischenstufen der Herstellung enthalten sein können.
Bei der Verwendung von NPS ist es für den Konsumenten oftmals schwierig, die eigene Reaktion auf die Substanzen genügend abzuschätzen. Dies erhöht unter Umständen die Gefahr einer Überdosierung und Vergiftung, die zu Panikattacken, Horror-Trips (Psychose), sowie lebensgefährlichen Zuständen bis hin zum Tod führen kann.
Cannabis-Produkten, die mit derartigen künstlichen Stoffen im Schwarzmarkt behandelt werden, weisen ein deutlich höheres Risiko für Stress-Psychosen aus. Erst recht durch die Tatsache, dass diese Stoffe größtenteils sehr ungleichmäßig auf dem Material aufgebracht sein können, sind überraschende Effekte nicht auszuschließen.
Diverse Substanzen:
Es gibt unzählig viele weitere pharmazeutische Medikamente und Substanzen, die unter Umständen eng an Stress-Psychosen beteiligt sein können.
Als exemplarische Beispiele seien benannt:
  • Anabolika, Anabole Steroide: Werden häufig als Dopingmittel zur Leistungssteigerung missbraucht. Durch die Belastung des Kreislaufs können psychische Nebenwirkungen wie Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen etc. entstehen. Verstärkung von Aggressionen, psychotische Episoden (Angstpsychosen, Verfolgungswahn etc.) und schwere Depressionen bis zum Suizid nach Absetzen der Steroide.
  • Einige Lösungsmittel, wie sie in Klebstoffen, Farben, Lacke etc. vorkommen, sowie Benzin, Terpentin, Aceton (Nagellackentferner und Plastikkleber) und vieles Andere, dessen Ausgasungen beim Einatmen oder missbräuchlichen „Schnüffeln“ auch Rauschzustände hervorrufen, können neben organischen Schäden ebenfalls an (negative) psychische Effekte teilhaben.
       
  • Etliche weitere Medikamente und Substanzen, die auf den Haushalt der Hormone (Dopamin, Serotonin, ...), den Stoffwechsel, sowie das Zentralnervensystem Einfluss nehmen, können als Nebenwirkung möglicherweise daran beteiligt sein, die Psyche ungünstig zu beeinflussen.
        
  • LebensgüterSelbst Gewürze wie Muskat, Safran, etc., sowie einige Nahrungsmittel und „alkoholfreie“ Getränke können einen Einfluss auf die Psyche nehmen, wenn auch tendenziös je nach Dosierung eher schwach geprägt. Übermäßiger Konsum kann jedoch negative Effekte auf die Psyche begünstigen.
       
  • Luft (Sauerstoff – O₂): Übermäßiges Hyperventilieren (gesteigerte Atmung) und Apnoe (Atemstillstände), bzw. längeres Anhalten der Atemluft kann unter Umständen Stress für die Psyche bedeuten.

Fazit:

Man kann die Wirkweisen im Endergebnis jedoch nicht immer auf einen Nenner bringen, bzw. ist es nicht möglich, diese objektiv zu verallgemeinern. Sie sollten daher mit einer gesunden Skepsis betrachtet werden.
Es ist auch erwähnenswert, dass Wirkungsweisen nicht unbedingt vorhersehbar oder zuverlässig auftreten, obwohl höhere Dosen eher dazu neigen, das gesamte Wirkungsspektrum voraussichtlich zu induzieren. Ebenso werden Nebenwirkungen mit höheren Dosen immer wahrscheinlicher.
Beschriebene Stress-Effekte können im Zusammenhang mit verschiedenen Substanzen eintreten, auch diese sind nicht unbedingt immer voraussehbar oder können mit Gewissheit auftreten. Einige Erklärungen für Stress-Effekte können auch für andere Substanzen unter Umständen ein Model sein. Man kann sich jedoch relativ sicher sein, dass „negativ“ aufgeladener, belastender Stress ein relevanter Faktor, zumindest für vulnerable (empfängliche) und sensible Personen sein kann.
Junge Individuen, Jugendliche in ihrer Entwicklung und Bildungsphase können als Beispiel deutlich sensibler (vulnerable) gegenüber Stress und Parallelen Substanzkonsum sein.
Positiv (Gute Eigenschaften):
Alle Substanzen können selbstverständlich eben halt auch gute Eigenschaften mit sich bringen – „Positiv“ geladener Stress ist ebenfalls möglich.

Erstellt am: 03.07.2021,
Bearbeitet am: 25.07.2023.

Schlagworte: Stimulanz = Coffein (Kaffee, schwarzer Tee, Energy-Drinks), Nikotin (Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, Pfeifentabak): Aufputschmittel, Erregung (Aufregung, Überregung); Sedierend, hypnotisierend; EndoCannabinoidSystem (ECS), Tetrahydrocannabinol (THC); Medizin, Arznei, Arzneien, Arzneimittel.